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Neubau Doppelturnhalle: Nebikon empfiehlt Projekt «Krokodil» zur Weiterbearbeitung

Der Projektwettbewerb für den Neubau einer Doppelturnhalle mit zusätzlichen Schulräumen sowie der Aufwertung des Zentrumsareals in Nebikon ist entschieden. Damit erhält das Projekt «Krokodil» von der Jury einstimmig den Zuschlag für die weiteren Planungsschritte.

Die Gemeinde Nebikon beabsichtigt, ihr Zentrumsareal zwischen Schule, Kirche und Gemeindeverwaltung langfristig und qualitätsvoll weiterzuentwickeln. Die bestehende Einfachturnhalle aus dem Jahr 1951 entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Schul- und Vereinssport. Gleichzeitig bietet das Areal grosses Potenzial für eine qualitative Aufwertung der Aussenräume und für neue Begegnungsmöglichkeiten im Dorfzentrum. Ziel ist es, mit dem Ersatzneubau einer Doppelturnhalle nicht nur die sportliche Infrastruktur zu verbessern, sondern das öffentliche Zentrum als zusammenhängendes Ensemble nachhaltig zu stärken.

Projektwettbewerb mit acht Teams

Vor diesem Hintergrund führte die Gemeinde einen selektiven Projektwettbewerb für Teams aus Architektur und Landschaftsarchitektur durch. In einer vorgängigen Präqualifikation wurden aus 42 Bewerbungen acht interdisziplinäre Teams ausgewählt und eingeladen, anonym Projektvorschläge auszuarbeiten. Den Teams standen im Wettbewerb zwei unterschiedliche Planungsperimeter für den Standort der neuen Doppelturnhalle zur Verfügung: ein Perimeter wurde im südlichen Zentrumsbereich ausgeschieden, der Andere im nördlichen Areal im Bereich der bestehenden Mehrzweckhalle. Die acht eingegangenen Projektvorschläge wurden anhand der Vorgaben des Wettbewerbsprogramms sowie nach funktionalen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Kriterien beurteilt. «Uns war wichtig, nicht einfach eine neue Sporthalle zu planen, sondern eine Lösung zu finden, die das Schulareal, den Dorfkern und somit unseren öffentlichen Raum als Ganzes weiterbringt», erklärt Gemeindepräsidentin Chantal Hofer. «Der Wettbewerb hat gezeigt, wie unterschiedlich und kreativ diese Aufgabe angegangen werden kann – und er hat uns eine fundierte Entscheidungsgrundlage geliefert.»

Siegerprojekt «Krokodil»: ein neues Zentrum für Sport und Begegnung

Als Sieger ging das Projekt «Krokodil» von Huber Waser Mühlebach Architektur ETH SIA BSA, Luzern, in Zusammenarbeit mit Uniola AG, Zürich, hervor. Die Jury würdigte insbesondere den ganzheitlichen Ansatz, der Architektur, Freiraum und Betrieb überzeugend miteinander verbindet und aus dem bisherigen Nebeneinander der öffentlichen Bauten ein räumliches Miteinander formt. Im Obergeschoss der neuen Doppelturnhalle wird eine schöne Lernlandschaft mit Loggias und einer Atelierzone geschaffen, die ein attraktives, zeitgemässes Lernumfeld für die Schulnutzung bietet.

Der Neubau der Doppelturnhalle wird bewusst in der Arealmitte positioniert und übernimmt eine vermittelnde Rolle zwischen Schule, Kirche und Verwaltung. Er strukturiert den Freiraum neu und bildet zusammen mit dem geplanten Mehrgenerationenplatz das Zentrum der Anlage. Der Neubau mit gedecktem Eingangsbereich orientiert sich direkt auf diesen Begegnungsraum. Dies schafft eine klare Adresse für Schule, Vereine und Öffentlichkeit.

Bestehende Turnhalle wird zum Mehrzweckraum

Besonders positiv beurteilt wurde der respektvolle Umgang mit dem Bestand. Die bestehende Turnhalle bleibt als identitätsstiftendes Element erhalten und wird zu einem vielseitig nutzbaren Mehrzweckraum umgenutzt. Damit trägt das Projekt den ortsbaulichen und denkmalpflegerischen Anforderungen Rechnung. Gleichzeitig bleibt die prägende Stellung der Kirche im Ensemble gewahrt.

«Das Projekt ‹Krokodil› überzeugt durch seine Massstäblichkeit, seine klare Organisation und den sorgfältigen Umgang mit dem bestehenden Ortsbild», sagt Ressortvorsteher Bau und Infrastruktur Marco Baumgartner. «Es schafft neue Qualitäten, ohne das Zentrum zu überformen – und verbindet Sport, Schule und Begegnung auf überzeugende Weise.»

Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt das Projekt die Zielsetzungen des Wettbewerbs. Der Entwurf setzt auf eine kompakte, ressourcenschonende Bauweise sowie auf robuste und gut betreibbare Lösungen im Alltag. «Gerade bei einem Projekt dieser Grössenordnung ist entscheidend, dass Investitions‑, Betriebs‑ und Unterhaltskosten langfristig in einem ausgewogenen Verhältnis stehen», betont Ressortvorsteher Finanzen Stefan Rogger. «Krokodil schneidet hier im Vergleich sehr gut ab und bietet eine solide Grundlage für die nächste Projektphase.»

Weiteres Vorgehen

Mit der Empfehlung des Siegerprojekts «Krokodil» verfügt die Gemeinde Nebikon über eine tragfähige Grundlage für die weitere Planung. Das Projekt wird nun gemeinsam mit dem Siegerteam vertieft und konkretisiert. Die Ausgestaltung des Mehrgenerationenplatzes sowie zentraler Freiräume soll partizipativ mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Generationen erfolgen. In die weitere Planung des Projektes ist eine Baukommission involviert. Über die erforderlichen Detailplanungskredite für die weitere Ausarbeitung des Projekts wird die Bevölkerung von Nebikon bereits in diesem Herbst entscheiden. 

Öffentliche Präsentation der Wettbewerbsprojekte

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden der Bevölkerung im Rahmen einer öffentlichen Vernissage und Ausstellung vorgestellt.

Vernissage
Dienstag, 26. Mai 2026, 19.00 Uhr
Mehrzweckhalle Nebikon

Ausstellung
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.00–20.00 Uhr
Donnerstag, 28. Mai 2026, 19.00–20.00 Uhr
Bühne Mehrzweckhalle Nebikon